Issues of Yukon im Dezember 2008

So, Sie möchten also Züchter werden?



Ach sie wollen also Züchter werden, wirklich? Wie schön. Ich bin auch Züchter. Aber bevor sie entscheiden zu züchten, nachfolgend einige Dinge die ein Züchter wissen sollte und die man besitzen sollte, bevor man züchtet.

1. sie müssen bereit sein, Kotze, Urin und Kacke wegzumachen. aufgekaute Couchen, ruinierte Schuhe und zerstörte Mülleimer. Sie müssen bereit sein, dies Tag für Tag, und jeden Tag, und immer wieder zu tun...

2. Sie brauchen einen guten Magen. sie müssen in der Lage sein faulige Föten zu entsorgen, die ihre schwangere Hündin in der Mitte der Schwangerschaft bei einer Fehlgeburt verliert, wohlgemerkt bei einer Schwangerschaft auf die sie 2 Jahre gewartet haben. Sie brauchen den guten Magen, wenn sie auf das deformierte Wesen hinabschauen, daß ihre Hündin da geboren hat, und sie brauchen ihn, wenn sie auf menschliche Weise dieses Monster entsorgen.

3. sie brauchen ein starkes Herz, um in der Lage zu sein, ihre gesunden Puppies aufzuziehen und zu lieben, um sie dann in die Hände von Fremden zu geben, die sie beschimpfen, vernachlässigen, schlagen oder bestenfalls ignorieren. sie brauchen das starke Herz, wenn das Puppy, welches ein gutes Zuhause hat, einen Unfall hat oder krank wird. sie brauchen es, wenn die Tränen dieser guten Besitzer den Weg in ihr Herz suchen.

4. sie brauchen eine menge Platz um heisse Hündinnen von Rüden fernzuhalten, Rüden voneinander fernzuhalten und Puppies von allem fernzuhalten. vergessen sie nicht den Platz für die letzten zwei Puppies für die sie kein Zuhause gefunden haben, oder den Rescue Hund, den ihr Zuchtverein sie gebeten hat zu übernehmen, oder das Puppy aus ihrem letzten Wurf, von dem die Besitzer entschieden, daß es doch nicht das Richtige für sie sei.

5. sie müssen in der Lage sein, Gram und Einsamkeit zu überstehen. weil sie eine Hündin während der Geburt verlieren und ihnen klar wird, daß es IHRE Entscheidung war diese Hündin zu belegen, und SIE der Grund sind daß sie tot ist. sie brauchen das, wenn sie dann ihren Kindern erklären, daß das Wunder der Geburt auch seine dunklen Seiten hat.

6. sie brauchen einen Arbeitgeber, der versteht daß, falls ihre Hündin bei der Geburt stirbt, sie natürlich nicht zur Arbeit kommen, weil sie ja die Welpen im 2 stündigen Rythmus füttern müssen.

.... moment mal, holen Sie mal Luft , ihr Züchter seid doch alle gleich. ihr erzählt uns Gruselgeschichten um uns für immer vom züchten abzuhalten. was ist mit dem Geld? ihr Züchter wollt doch bloss verhindern, daß Konkurrenz aufkommt....



ach ja, das Geld, gut daß Sie es erwähnen!

7. Sie brauchen Geld. Mengen Geld. Vielleicht mehr als sie haben. vor allem vielleicht, weil der oben erwähnte Arbeitgeber doch nicht so verständnisvoll ist, wie sie geglaubt haben? sollen wir ein bisschen rechnen?

Tierarztrechnungen, Kaiserschnitt, Decktaxen, Ahnentafeln, Impfungen, Wurmkuren, Welpenuntersuchungen, spezielle Diäten, Welpenleinen, .. lass mal ungefähr 2500€ pro Wurf sein, falls nichts besonderes dazwischenkommt. all dies muss bezahlt werden bevor die Puppies verkauft sind, und falls eins totgeboren ist, vergessen sie nicht die Kosten der Autopsie. nun, wenn dann der Wurf, alle in Showqualität, gefallen ist (wir dürfen alle träumen, es ist nicht verboten), und man findet für jeden Welpen das Traumzuhause, hat man ca. 750€ verloren.

Halt, wo gehen sie hin? ich hab noch nichts erzählt über die Ausstellungsgebühren, den Ausbilder für die Shows. Kosten für : den richtigen Deckrüden suchen und finden, die Gesetzgebung, die Übernahme in ein Stammbuch, HD Röntgen- und Augenuntersuchung, Hunderennen, Trainingswagen, Schlitten, Geschirre, Stakeout, Wohnwagen, Transporter, zornige Nachbarn, Hundesteuern, alte Hunde, .....



Und auch das müssen sie aushalten können wenn sie züchten: