Issues of Yukon im Dezember 2008

Die Geburtsgeschichte unseres I Wurfes



Es sind nun einige Jahre vergangen und es fällt uns nicht mehr ganz so schwer, darüber zu erzählen...



23.12.2005


18:00 : Röntgen, Welpen liegen richtige Richtung, 2 Köpfe auf dem Bild zu sehen, es sei eine eindeutige Indikation für einen Kaiserschnitt, da der Weg zu weit/steil sei.
Kaiserschnitt, Hüllen liegen noch sehr fest an (nochmalige Aussage von Herrn M., auch dies sei eine Indikation, Welpen wären nicht alleine da raus gekommen)
10 Welpen, sehr homogen, Geburtsgewicht zwischen 270 und 290g
Alle Welpen werden abgesaugt und mit AntiSedan wachgespritzt.
Alle sind wach, vital, zeigen einen gesunden Herzrhythmus. Anlegen an die Hündin klappt nicht, 2 nette Helfer legen 3-4 Welpen an die Flasche. Ob sie wirklich getrunken haben oder nur genuckelt haben ist nicht zu beurteilen. (Helfer: Lehrling der Praxis, sowie Mutter von Frau B.(Friseurin)
21:30 Verlassen der Praxis mit Welpen und Mutter (die nach schwerem Erwachen (Krampfen) noch Restnarkose in sich hat)
Nachts wurde jeder Welpe angelegt, es wurde versucht Welpenmilch zuzufüttern, Welpen trinken nicht. Zusätzlich wurde eine Rotlichtlampe mitgegeben um die Welpen warm zu halten.


Ditilya's I Wurf June's Welpe 1 Tag
links Ditilya's Welpen und zum Vergleich rechts ein normal entwickelter Welpe am 1. Tag



24.12.2005

Mutter wach, versucht Welpen zu lecken und animieren, trägt Welpen im Maul herum. Hängt man die Welpen an die Zitze, sind sie zu schwach sich festzuhalten, wenn die Mutter sie leckt und fallen ab.
Wir versuchen permanent zuzufüttern (mit Welpenmilch von Royal Canin), Welpen saugen nicht. (nur vereinzeltes Nuckeln).
In der Nacht stirbt der erste Welpe. (einer der zwei größten)

25.12.2005

Gegen 12 – 12:30 Uhr stirbt der zweite (der zweit größte) Welpe, es folgt ein sofortiger Anruf auf dem Notfallhandy. Es wird berichtet, dass jetzt bereits der zweite gestorben ist, die Mutter völlig unruhig ist, die Welpen immer noch nicht richtig trinken und sofortige Hilfe benötigt wird. Alle Zitzen sind verhärtet.
In der Praxis wird der Mutter ein Beruhigungsmittel (Methadonpräparat), woraufhin diese fast einschläft, Welpen werden angelegt, nur ein einziger trinkt. Die Welpen werden nicht untersucht, nur der trinkende wird beobachtet und Herr M. sagt, dass es so gut sei, dass alle Welpen genau so trinken müssen, dass der Hündin alle 4 Stunden das Beruhigungsmittel verabreicht werden soll (2 Spritzen werden mitgegeben). Die Welpen sollen 3-4 Stunden schlafen, da das permanente Wecken zuviel Streß verursacht.
Er müsse nun nach Hause, da das Essen im Rohr stehe, Familie K. könne aber gerne in der Praxis bleiben, er würde den Schlüssel da lassen. Was wir ablehnten, da wir dort genauso alleine waren wie zuhause.
Mitgegeben wird eine Flasche Jonosteril und eine Flasche Ringerlösung mit der Anweisung dies im Verhältnis 1:1 zu mischen und stündlich 1 ml/Welpe subcutan zu spritzen.
Um 19:00 kommt J. M. um zu helfen
Es wird stündlich gespritzt, den Welpen wird versucht das Fläschchen zu geben und sie anzulegen, Ditilya bekommt in der Nacht eine weitere Beruhigungsspritze um sie völlig ruhig zu halten, sie liegt ruhig schlafend auf der Seite, leckt beim temporären Wachwerden die Welpen, diese trinken nicht richtig. Wenn überhaupt nuckeln sie ein wenig.

26.12.2005

In der Nacht vom 25. auf den 26. sterben 2 weitere Welpen, einer ist kritisch und stirbt am Nachmittag.
Alle Welpen weisen die gleiche Symptomatik auf: die Haut ist nicht mehr elastisch, sie sind verklebt (vom nass lecken), „Schwanenhälse“, vorher reicht die Energie nicht mehr um die Körpertemperatur zu halten. Leckt die Mutter die Welpen ab, sind diese völlig durchnässt und zu kalt.
5 Welpen (die kleinsten sind noch einigermaßen fit), weiterhin wird 1 ml Jonosteril-Ringergemisch pro Stunde pro Welpe gespritzt. Ditilya wird stundenweise ausgesperrt um die Welpen in einen Schlaf-Trinkrhythmus zu bekommen, Welpen trinkt nicht, es wird weiterhin nur teilweise genuckelt.
Die Erwachsenen werden zwischen 18 und 19 Uhr gefüttert.

Deni unser alter Schäferhund erleidet einen Schlaganfall, ab dem Hals gelähmt, er wird ins Haus getragen. Herr M. wird angerufen und gebeten zum einschläfern des Hundes zu kommen, er möchte in der Praxis arbeiten, da dort die besseren Untersuchungsmöglichkeiten sind.
Josefine besteht auf Hausbesuch (allein schon wegen der Welpen).
Deni wird ein Beruhigungsmittel verabreicht, anschließend die Narkose, anschließend 10 ml T61 (intrapulmonal Nadel 1er..). Auf Nachfrage ob die Dosierung hoch genug sei, Deni hat ein Gewicht von 35 Kg werden noch 10ml nachgespritzt. (normale Dosis wären 35ml intracardial gewesen..)
Während der Behandlung ist ein reger SMS Austausch, er sagt seine Frau habe sich daheim ausgeschlossen und er müsse nach Hause. Und im Auto sitze auch noch jemand.
Josefine (in der Welpenkiste bei den Welpen sitzend, den vertrocknetesten Welpen hochhaltend) fragt nochmals nach, ob wir nicht mehr als 1 ml spritzen können, oder das Mischungsverhältnis zu Gunsten des Ringers anpassen können. Dies wird verneint, die Dosierung wird beibehalten. Die Aussage erfolgt ohne eine Untersuchung oder nur ein Anschauen der Welpen.
Deni stirbt 30 min mit einem letzten Krampf nach Abfahrt des Tierarztes.
Die 5 Welpen nuckeln an der Flasche, trinken nicht richtig, 2 Welpen verfallen und werden trocken. Es wird weiterhin verzweifelt 1 ml/Stunde subcutan gespritzt. (mit heftigem Streit ob man nun mehr spritzt, da man sieht, dass sie zu wenig Flüssigkeit bekommen, oder ob man sich an das Verschriebene hält, da klar vor zu hoher Kaliumdosierung beim Jonosteril verwiesen wurde und deswegen die Menge nicht überschritten werden darf).
1 Welpe bekommt mehr Flüssigkeit gespritzt, er trinkt sofort und bekommt einen „Trommelbauch“. ( ca. 96 Stunden nach Kaiserschnitt.)

27.12.2005
wir sind seit 120 Stunden ohne Schlaf.

Ein weiterer Anruf in der Praxis erreicht Frau Dr. B. Diese empfiehlt den kleinen „Dickbauch“ mit einem Thermometer zu erleichtern.
Am Abend kommen Frau B. (mit Tränen in den Augen) und Frau Ko. vorbei. Frau B. untersucht die Welpen eingehend, stellt das „Vertrocknen“ fest und spritzt ein Ringergemischdepot. (circa 8-10 ml pro Welpe, verteilt auf 2 Seiten).
Die 2 vertrockneten Welpen werden von Frau Ko. als Pflegling mitgenommen, die anderen 3 werden sofort nach der Flüssigkeitsgabe aktiv und trinken.
Frau B. erklärt den Nachteil des verteilten Spritzens (ca. 1/3 bis ½ der Flüssigkeit gehen beim subcutanen Spritzen verloren) und rät und alle 4 Stunden (in etwa – man sieht’s ja an den Welpen) ein Flüssigkeitsdepot anzulegen. Die ersten 48 Stunden wären besonders wichtig gewesen, weil man die Welpen sonst sehr schwierig aus dem Zustand herausbekäme.
Frau B. fährt und kehrt nochmals zurück um uns NaCl und Catosal zu bringen. Wir spritzen ab dann 1ml NaCl gemischt mit 4 ml Ringer und alle 2 Tage 0,2ml Catosal.

28.12.2005

Die 3 verbliebenen Welpen wurden zwar durch die Flüssigkeit aktiv, jedoch war’s zu spät. Der Dickbauch muss noch in der Nacht reanimiert werden, der Bauch wird aber immer dicker und auch der Bauch des anderen schwillt an.
Gegen 09:00 meldet sich Frau Ko. – beide Welpen haben die Nacht nicht überlebt.
Am frühen Nachmittag stirbt der kleine Dickbauch.

Der zweite geschwollene Bauch quillt ebenfalls an, der völlig apathische Welpe wird am Abend von Frau B. eingeschläfert.

Ditilya (die Mutter) leidet immer mehr, sucht ihre Welpen und rennt quietschend umher.

Ein Welpe (der, der auch am 26.11. in der Praxis getrunken hatte) lebt immer noch. Nach der Flüssigkeitsverabreichung von Frau B. wird er auch straffer.
Hoffen wir, dass der kleine es schafft, ohne Schäden.

Es folgt ein langes Gespräch mit Frau Dr.B..


Der Wurf wurde einfach zu früh geholt, (Weihnachten stand vor der Tür..) die Welpen hatten noch keinen Schluck und Saugreflex. Ihre Lungen waren laut pathologischem Befund nicht richtig entwickelt. Die nachgeburtliche Versorgung durch den Tierarzt war mehr als bedenklich...

Iowa, der einzig überlebende Welpe, öffnet mit 22 Tagen zum ersten Mal seine Augen, mit 4 Wochen beginnt er zu laufen, seine Entwicklung ist total verzögert. Er lebt bei Freunden von uns...

auf diesem Bild ist er 6!! Tage alt und wiegt 330g...Iowa 6 Tage alt 330g...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit: am 10.11.2006 war die Verhandlung gegen den Tierarzt vor dem Landgericht

Nun, den finanziellen "Schaden" haben wir ersetzt bekommen, das seelische Leid für unsere Ditilya und uns kann niemand wieder gut machen...



Update März 2008:

bei der heuer durchgeführten Kastration einer unserer Hündinnen, die beim gleichen Arzt einen Kaiserschnitt hatte, wurde ein verkapselter vergessener Tupfer im Bauchraum gefunden...