Kastration beim Alaskan Malamute

Der Alaskan Malamute kann nicht alleine bleiben, was dazu führt, dass die Besitzer meist zum Zweithund neigen. Mit ca. 1/2 Jahr wird eine Hündin das erste Mal läufig, das führt zu der Überlegung, wie vermeide ich ungewollten Nachwuchs. Es gibt diverse Möglichkeiten, eine Schwangerschaft zu verhindern.

Die Kastration der Hündin:

hier gibt es die Alternative, Kastration mit Entfernung der Gebärmutter oder Kastration mit Entfernung der Eierstöcke und belassen der Gebärmutter. Der Alaskan Malamute ist ein grosser Hund, fast 50% der Kastrationen mit der Entfernung der Gebärmutter führen zur Inkontinenz, heisst, die Hündin kann den Urin nicht mehr halten. Das ist weder für einen gut erzogenen Hund, noch für den Besitzer wirklich schön.. Ein guter Tierarzt wird bei der Kastration die Gebärmutter genau ansehen und versuchen, sie zu erhalten.

Eine Kastration sollte immer im Anöstrus durchgeführt werden, heisst: eine Hündin ist eigentlich geschlechtslos. 2x im Jahr beginnt ihr Körper Progesteron zu bilden und auf dem Höhepunkt des Progesteronspiegels lässt sie sich decken. Die Zeiten zwischen den Hitzen nennt man den Anöstrus, dann bildet sie keine Hormone. Wer einmal erlebt hat, wie eine Hündin sich auch wesensmässig verändert, bevor sie in die Hochzeit der Läufigkeit kommt, weiss, welche Zicke man zuhause haben kann, und irgendwie hat man bei einer Kastration in dieser Phase das Gefühl, die Damen bleiben auf dem Gemütszustand stehen, wenn sie kastriert werden…

Die nächste Alternative ist die Durchtrennung der Eileiter, das nennt man Sterilisation. Die Hündin bleibt unverändert im Wesen wie im Äusseren, sie wird „heiss“, lässt sich decken, jedoch wird sie natürlich nicht schwanger.

Die Kastration des Rüden

Verhaltenänderungen können sein: vermehrte Aggression gegenüber anderen Rüden, Aggression gegen Hündinnen, aber natürlich auch Unterwürfigkeit gegenüber anderen Hunden.

Hier stellt sich mir die Frage, warum wollten sie einen Rüden, wenn sie dann einen Eunuchen daraus machen?

Hinzu kommt, bei ausgewachsenen Rüden hat die Kastration keinerlei positive Einwirkung auf sein Verhalten, denn das ist erlernt, Erfahrungen mit anderen Hunden haben ihn geprägt, sein erlerntes Verhalten ist manifestiert, das können Sie mit einer Kastration nicht ändern. Was Ihnen aber geschehen kann ist, dass der dominante Rüde sich dann laufend prügelt, denn er riecht nicht mehr wie ein Rüde… Er riecht eher wie eine Hündin kurz vor der Läufigkeit, andere Hündinnen sehen eine Konkurrenz in ihm, andere Rüden versuchen, ihn zu dominieren. Also mit dem Verlust der Männlichkeit haben sie ihn zum „Gespött“ der anderen Hunde gemacht und er ist gezwungen, sich den lieben langen Rest seines Lebens gegen andere Hunde zu wehren..

Alternativ kann man den Rüden sterilisieren, Durchtrennung der Samenleiter und damit Unfruchtbarkeit erreichen. Er bleibt jedoch ein stolzer Macho, das war doch auch das, was sie wollten, als sie sich für einen Rüden entschieden haben…

Chemische Alternativen :

Läufigkeitsunterdrückung per Spritze bei der Hündin

kann zu Sterilität führen, kann Auswirkungen auf spätere Würfe (Einfrüchtigkeit etc.) haben

macht auf jeden Fall faul und dick…

Chemische Kastration eines Rüden mit Chip

wirkt nach ca. 6 Wochen, hält ca. 1/2 Jahr, Wirkung ist abhängig von der Testosteronproduktion des Rüden, nach ca 12. Monaten hört die Wirkung spätestens auf. Sollte aber nur 2x verabreicht werden. In der Zeit kann man vermehrten Wert auf eine konsequente Erziehung legen, danach ist ein Chip nicht mehr notwendig. Der Chip verändert nachweislich das Erbgut, daher sollten Rüden auch nach einem Chip nicht zum decken eingesetzt werden.

Und nun meine Meinung 🙂

Kastration ist immer ein Eingriff in einen gesunden Körper und es besteht kein Grund, Hunde zu kastrieren ausser es ist medizinisch notwendig. Dazu gehört: Prostataadenom, Hodentumor, Hypersexualität mit langer Futterverweigerung und gravierender Gewichtsabnahme beim Rüden.

Mammatumoren oder Störungen im Östrus, Läufigkeiten mehr als 2x im Jahr bei der Hündin, alte Hündin mit Eierstockzysten. Wobei ich der Meinung bin, ein Hündin eher zu kastrieren als einen Rüden.

Aus den USA kommt die Unart, Hündinnen schon vor der ersten Läufigkeit und Rüden im ersten Lebensjahr zu kastrieren, damit sie keine Mammatumoren / Prostatatumoren bekommen.

Aber: Sie kämen auch nicht auf die Idee, sich selber oder ihren Mann/ ihre Frau, ihre Kinder „ausweiden“ zu lassen, weil eventuell irgendwann einmal eine Erkrankung der Geschlechtsorgane ansteht, wieso muten sie es ihrem Hund zu?

Wer einen Rüden sein eigen nennt, sollte ihn  ordentlich erziehen dann kann er sich die Kastration sparen. Menschliche Faulheit und fehlende Einsicht in die konsequente Erziehung eines Hundes sind häufig die Ursachen für eine Kastration.

Häufige Argumente: mein Hund zieht so an der Leine, er prügelt sich mit anderen Hunden, wenn er mit den Kindern unterwegs ist…

Ihr Hund zieht auch nach der Kastration an der Leine, warum sollte er danach auch nicht mehr ziehen? Nur weil sie nicht in der Lage sind, ihren Hund zu kontrollieren muss er seine Testikel spenden?

Und Kinder an einer Hundeleine, nun ja, genauso sieht es für mich aus, wenn ein Hund ein Kind ausführt, ein Kind gehört nicht an die Leine, und ein Hund nur an die Leine eines Erwachsenen!

Eine Hündin wird 2x im Jahr heiss, davon ist sie ca. 1 Woche in der Standhitze, also deckbereit. Wenn man die ungefähren Abstände der Läufigkeiten seiner Hündin kennt, kann man Vorsorge treffen und die Hunde trennen! 2x im Jahr 1 Woche, was ist das schon! Dafür erspart man einen chirurgischen Eingriff, der ja nicht immer positive Folgen hat!

Zwischenfälle:

5 jähriger Rüde wird kastriert, der TA bindet statt der Samenleiter auch gleich die Urethra mit ab, Harnstau, akutes Nierenversagen, Platzen des Urether, dadurch auslaufen des Urins in den Bauchraum, Hund leidet erst mal 3 Tage, dann tot…

Was tun bei ungewollter Schwangerschaft?

Eine der neuen Errungenschaften der Medizin ist Alizin. Ein Medikament , das gespritzt wird, 2x innerhalb 24 Stunden. Der Tierarzt verabreicht es nach dem Deckakt bzw. bis zum 45. Tag der Trächigkeit und die Hündin bekommt einen Abort. (Der ist auch nicht schlimmer als eine Geburt und danach eine Menge ungewollter Welpen…) Allerdings sollte man bei Zuchthündinnen vorsichtig sein, da ca. 50% der behandelten Hündinnen dananch nicht mehr trächtig werden.

Also gilt eigentlich grundsätzlich: Trennen…

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